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Im November wird in den USA der nächste Präsident gewählt. In diesem Präsidialsystem quasi ein „Ersatzkönig“ mit dramatisch mehr Macht als unser Deutscher Grußonkel. Folgerichtig ist die Berichterstattung über den Wahlkampf recht intensiv. Insbesondere Kandidat Trump sorgt (nicht nur) hierzulande für gruselige Stimmung. Ich denke bei dieser Dauerberieselung jedoch immer häufiger an Breitbandantibiotika…

Antibiotika sind eine Gruppe von Medikamenten, die bei schweren Infektionserkrankungen eingesetzt werden, um dem Körper im Kampf gegen die krankheitsverursachenden Mikroorganismen zu helfen. Auf unterschiedlichen Wegen hemmen diese Stoffe die Vermehrung von Bakterien oder töten diese sogar ab. Seit der Entdeckung des ersten Antibiotikums Namens Penicillin in der ersten Hälfte des letzten Jahrhunderts haben viele bis dato verheerende Seuchen wie Typhus, Lepra oder Cholera  ihren Schrecken für jene verloren, die sich diese Medikamente leisten können.

Seitdem Antibiotika mit einer sogenannten „Breitbandwirkung“ zur Verfügung stehen, muss man sich nicht einmal zwischen Pest und Cholera entscheiden, sondern kann ggf. beide Seuchen mit einem Medikament bekämpfen. Was das jetzt mit dem US Wahlkampf zu tun hat, erklärt uns nun der US-Filmemacher Oliver Stone im Tagesanzeiger:

Herr Stone, was geschieht mit Amerika, wenn Donald Trump Präsident wird?
(lacht) „Ihr Europäer fragt immer nach Donald Trump. Und überseht dabei die wirkliche Story. Erstens wird Trump nicht gewählt, zweitens sollte Hillary Clinton euch weit mehr beschäftigen. Sie befürwortet Machtwechsel in allen Ländern, die den USA nicht passen. Sie hat schon die Contras in Nicaragua unterstützt und hat wiederholt Bombardierungen von Ländern gutgeheissen. Sie hat Putin mit Hitler verglichen. Sie will noch mehr Waffengeld nach Israel schicken. Und sie hat nie für irgendetwas die Verantwortung übernommen. Trump ist ein gefährlicher Irrer, aber Hillary Clinton könnte zu einer echten Gefahr werden. Passt auf, Europäer.“

Tja, da hat mancher US-Amerikaner zwar die Wahl, möchte aber eigentlich nicht wählen müssen. Und ich werde den leisen Verdacht nicht los, dass dies bei uns auch nicht wesentlich anders sein könnte. Wenn wir wenigstens einen Sanders (1) hätten, bliebe noch etwas Hoffnung…

 

(1) Senator Bernie Sanders unterlag trotz einer großen Zahl an Unterstützern Hillary Clinton im Vorwahlkampf, da diese massiv vom Parteiestablishment, der Wall Street und den Medien unterstützt wurde.

Weitere Quelle neben dem Tagesanzeiger: Taublog

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