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…dann feiert die Christenheit die Geburt von Jesus, unseres Heilands. Die Städte werden festlich geschmückt sein, die Kinder freuen sich auf reiche Geschenke und die Kirchen sind das einzige Mal im Jahr richtig voll. Erinnern wir uns: Im Herrschaftsbereich des Imperiums (damals das Römische) mußte eine junge Familie aufgrund der Willkür der Herrscher in eine andere Region migrieren… Die Frau war hochschwanger und die Familie in Not. Es gab keine Bleibe und nur mit Glück und weil einer der Einheimischen ein wenig Herz hatte, konnten Sie in einem Stall unterkriechen. Hier kam Jesus Christus auf die Welt, der nur wenige Jahrzehnte später von der Elite gefoltert und umgebracht wurde, weil er es sich erdreistete, die Umverteilung von oben nach unten zu propagieren. Er war friedlich, lehnte Krieg und Rüstung ab, wetterte gegen die Märkte (im Tempel) und sammelte immer mehr Anhänger um sich. Das war sein Todesurteil, denn er bedrohte die Macht der Priester, Feudalherren und anderer Ausbeuter.

Das Christentum gilt als eines der zentralen “westlichen Werte”, die es momentan vor der “Flut”, der “Welle” und dem “Dammbruch”, gar der „Lawine“ zu verteidigen gilt. Wenn ich heute in die Zeitung schaue, frage ich mich, was es hier zu verteidigen gilt. Die zur blossen Folklore verkommene Erinnerung an diese Flüchtlings- und Revoluzzergeschichte aus dem nahen Osten unweit von Syrien? Unsere Werte liegen doch, seien wir ehrlich, woanders und ich habe da eine Idee:

Lasst uns die Abbilder des geschändeten Körpers des Mannes aus dem nahen Osten aus den Kirchen tragen und an der Deutsch-Österreichischen Grenze aufstellen. Als Zeichen unserer westlichen Wertegemeinschaft. Auf das die Syrischen und alle anderen aufmerken: Seht her, so geht es allen Leuten aus dem nahen Osten, die irgendwelche revolutionären Forderungen stellen. Merkt euch: Wir wollen nicht teilen. Christentum ist kein Glaube, sondern Folklore! Wir sind ja auch aufgeklärt, marktgläubig und keine Muselmanen.

Aber kann Weihnachten ohne den Gekreuzigten in unseren Kirchen gelingen?

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Bild: Bulle vor der Frankfurter Börse (Lizenz: CC BY-SA 2.5)

Erinnern wir uns wieder an unsere Werte: Was kann diese besser darstellen, als der Bulle an der Börse? Das Zeichen schlechthin für einen boomenden Aktienmarkt? Für maximalen Profit? Nun ist ein Bulle ja nicht zum Kuscheln und auch ein wenig groß für die meisten Chöre unserer Gotteshäuser: Warum nicht ein süsses Kälbchen? Und damit dieses auch schön im Kerzenlicht glänzt, Feuervergoldet! Ich stelle mir das als wunderschönen Abschluß des Weihnachtsgottesdienstes vor: Nach dem Orgelspiel reicht sich die Gemeinde die Hände, und wir tanzen alle fröhlich um das goldene Kalb.

Dann mal schöne Weihnachten!

(Beitragsbild:Die Geburt Jesu Christi, Darstellung aus dem Hortus Deliciarum der Herrad von Landsberg aus dem 12. Jahrhundert; Wikimedia Commons, Lizenz (CC-BY-SA 3.0)) 

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