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Ekelerregend dieser Artikel in der ZEIT. Allein für diesen kritiklosen, einschleimenden, salbungsvollen Glorifizierungs-Artikel sollte man dieses scheinheilige Blatt alternativlos kündigen! Das ist die letzte Stufe von Journalismus.

In der Welt des Ameisentätowierers Kneip gibt es keine Kollateralschäden, denn der Soldatenmönch ist weise und gerecht, so lautlos und präzise wie die Todesser-Drohnen fliegen, sitzt er in seinem sauberen, stillen Büro / Operationssaal vor seinem Seziertisch und tätowiert in Menschenleben und Familien seine gerechte Todesbotschaft. In seinem Innersten hat er die Splitter des Sprengsatzes und seine Angst verborgen, auf der medialen Bühne werfen die Scheinwerfer einen Heiligenschein über ihn. Wenn Markus Kneip Ameisen tätowiert, erteilt er zugleich die letzte Ölung, weil er weiß wie grausam das ist, was er tut. Er tut das Notwendige und Peter Dausend der Hofberichterstatter war dabei und berichtet aus dem Innersten der Pathologie der weißen Todesserklinik.

Peter Dausend soll die Leichen und den humanen Kollateral-Fleisch-Salat nach den lautlosen Todesser-Präzisions-Angriffen aufräumen, er ist ein Schreibtisch-Todesser, und die Chefin in Rot ist eine Bellatrix Lestrenge, nur viel wohlerzogener.

Dieser ZEIT Artikel ist ekelerregend, anzüglich, schamlos, bizzar, kafkaesk, zutiefst verstörend, eine subtile Kriegsverherrlichung und Heroisierung des Krieges und des sauberen Kriegers in Mönchskutte. Dem Leser wird das Wort „Krieg“ in die Haut tätowiert, so wie in Harry Potter durch Umbridge oder in Kafkas Strafkolonie, nur schmerzlos, ganz sanft und unmerklich. Niemand stirbt, noch, morgen sind es unsere Söhne.

Foto:
Camponotus sideview 2“ von Richard Bartz, Munich Makro FreakEigenes Werk. Lizenziert unter CC BY-SA 2.5 über Wikimedia Commons.

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